... Der Lein, von Botanikern mit dem Beinamen "usitatissimum" (lat.: der überaus Nützliche) geehrt, zählt zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Dunkle Varianten seiner Samenkörner ähneln winzigen Apfelkernen. Hellere schimmern goldfarben, wie lackiert. Beißt man auf eines dieser Körnchen, knackt es leise.

    Kurz danach entfaltet sich ein zart nussiger Geschmack. Eine herbe, etwas bittere Nuance rundet ihn ab. Leinsaat wird normalerweise nicht als Basiszutat verwendet, sondern verfeinert und würzt. Sie passt gut in Backwaren wie Brot oder Brötchen oder als Topping auf Gemüsegerichte. Ganz oder geschrotet macht sie Müslis, Quark und Joghurt knusprig. Ihr besonderer Vorzug: Selbst in den kleinen Mengen, in denen man sie normalerweise isst, gilt sie als außergewöhnlich gesund.

     So haben Forscher etwa Hinweise darauf gefunden, dass regelmäßiger Verzehr von Leinsamen dabei hilft, Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes, Brust- und Prostatakrebs vorzubeugen. Die Studien geben allerdings keinen Aufschluss darüber, welcher exakte Wirkmechanismus dahintersteckt. Es ist wohl eher so, dass der Verzehr der uralten Nutzpflanze oft eine unausgewogene Ernährung positiv ergänzt und auf diese Weise die Gesundheit fördert. ...

 

Auszug aus "Die Kraft der kleinen Körner"  - GEO Wissen Ernährung Nr. 9 (2021)